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Zum ABC antisemitischer „Kapitalismuskritik“

Den Kapitalismus zu kritisieren ist eine heikle Angelegenheit. Wer sie ernst nimmt, kommt nicht umhin, sich analytisch, also nachvollziehend auf den wirtschaftlichen Alltagsbetrieb unserer Gesellschaften einzulassen und gerät gleichzeitig schon fast ins diskursive Abseits, weil die heutige öffentliche Debatte über den Kapitalismus von ungenauen Metaphern wie der „Macht des großen Geldes“ bestimmt wird.

Diese und andere einschlägige Metaphern sind jedoch weder beliebig noch sind sie zufällig im Umlauf. Sie decken sich ganz bedenklich mit einem bestimmten Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, die wir als antisemitische „Kapitalismuskritik“ bezeichnen. Warum bei diesem Gerede analytisches Denken verpönt ist, moralische Empörung aber groß geschrieben wird und warum im Zentrum dieser Ideologie der Zins steht und nicht der Profit, darüber wollen wir an diesem Abend diskutieren.

Politsalon, Freitag, 27.5.2011 um 19.oo Uhr im VETOMAT, Scharnweberstr. 35

„Kapitalismuskritik“ ./. Kritik der politischen Ökonomie

Ein Politsalon im Vetomat

Seit Krise ist, erfreut sich das Wort „Kapitalismus“ in weitesten Kreisen der Bevölkerung wieder steigender Beliebtheit und die Kapitalismuskritiker vermehren sich wie die Karnickel auf der Geest. Was dagegen völlig unverändert ein ausgesprochenes Nischendasein in kleinsten, politisch vollkommen irrelevanten intellktuellen Milieus führt, ist das kritische Potential einer ernstgenommenen und genauen Gesellschaftskritik. Die Karnickel müssen sich demnach von etwas anderem ernähren.

In der Diskussionsreihe, die wir mit diesem Abend starten, wollen wir gemeinsam herausarbeiten, was dieses „Andere“ ausmacht, in dem wir exemplarisch einzelne Text-Köddel der vermeintlichen Kapitalismuskritiker auf ihre Bestandteile hin untersuchen. Alle Beteiligten sind herzlich eingeladen, zweifelhafte Untersuchungsgegenstände vorzulegen, am liebsten solche aus eigener Produktion.

Theoretische Vorkenntnisse, wo auch immer erworben, sind gern gesehen, werden aber erklärtermaßen nicht vorausgesetzt. Sie sollten aber, wo vorhanden, nicht moralisch oder dünkelhaft vor sich her getragen, sondern kritisch eingebracht werden.

22.04. (ja Karfreitag) um 19Uhr: Politsalon im Vetomat, Scharnweber Str. 35 in Friedrichshain

Richte nicht…

… auf das du nicht gerichtet werdest. Mit lieben Grüßen an Friedhelm Hengsbach.

Das „globalisierungskritische Netzwerk“ ATTAC, welches an anderer Stelle einmal einigermaßen treffend dadurch charakterisiert wurde, daß es mit seinen Börsentransaktionssteuern die Kuh namens „Ökonomie“ an der falschen, nämlich der hinteren Körperöffnung melken möchte, will sich nun vom 9.-11. April in Berlin zur Abwechslung mal an Bertrand Russell vergehen und ein „Bankentribunal“ veranstalten.

„Weil die Krise System hat“ sind die „Vorladungen“ an diejenigen überschrieben, die man dafür „zur Rechenschaft“ zu ziehen beabsichtigt.

Sehr gespannt darf ma nun ja darauf sein, wer in diesem Schauprozeß wie als Verteidiger in Erscheinung tritt und welche Affekte ihm oder ihr ggf. entgegenschlagen…